the death of prenzlauer berg culture continues: “blow up” cinema is closed

5.10.10

Sad, very sad: another small cinema in prenzlauer berg closed
yesterday, the blow – up cinema.

Laterly there was the beaituful organised
shortfilmfestival festival “contravision”.

Info website blow up: http://www.blowupkino.de/
“Liebe Blow Up – Fans, wir müssen die traurige Mitteilung machen, dass Euer KIEZ Kino mit Programm zum 03.10.2010 den Spielbetrieb einstellen wird.

Berliner Zeitung, 4.10
(Stefan Strauss)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/313060/313061.php

“Für Stammgäste und Freunde gab es am Sonnabendabend noch einmal kleine Leckereien: Brezeln, Oliven und Bouletten. Es war ein letztes Dankeschön, dass Mercedes und Hagen Reischel, die Betreiber des Kinos Blow Up in der Immanuelkirchstraße in Prenzlauer Berg, ihren Gästen machen wollten. Viele kamen nicht.

Genau das war das Problem: Weil die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren immer weiter sanken, schließt das Kino. Gestern war letzter Kinotag, jetzt wird das Inventar entfernt, Projektoren, Kinostühle, Tische und die Bar. Ein Schulbuchverlag bietet in den Räumen künftig Nachhilfeunterricht an.

Vor sechs Jahren hatten Hagen Reischel, Rechtsanwalt, und seine Frau Mercedes, Werkstoffwissenschaftlerin, das kleine Kino übernommen. Ende der 90er-Jahre hatte es eröffnet. Mit Spielfilmen abseits vom Mainstream versuchten die beiden Enthusiasten, den Kinobetrieb aufrecht zu erhalten. Sie zeigten Kurzfilme, verzichteten auf Werbung, organisierten Festivals. Es gab ein Babykino als familienfreundliches Angebot für Filmfreunde mit Kleinkindern sowie ein Kinderkino. Für ihr „hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm“ wurden die Betreiber 2008 von der Bundesregierung ausgezeichnet.

Etwa 40 Kinobesucher am Tag hätten aus wirtschaftlicher Sicht gereicht, doch so viele kamen nicht, jedenfalls nicht dauerhaft. „Wir haben die neuen Leute im Kiez mit unserem Programm nicht erreicht“, sagt Hagen Reischel. Für Werbung fehlte das Geld und mit den Kinos in der Nähe, dem Filmtheater am Friedrichshain und dem Kino in der Kulturbrauerei, gab es immer eine „starke Konkurrenz“. Gute aktuelle Filme bekam das Blow Up viel zu spät, da waren sie in anderen Kinos längst gelaufen, und als Haus mit einem speziellen Film-Nischen-Programm konnte sich das Blow Up nicht profilieren.

Viele Besucher brachten ihre Getränke und Knabberzeug mit, nach den Vorstellungen sammelte das Personal leere Flaschen ein, die sie voll nicht verkauft hatten. Auch diese Einnahmen fehlten. „Wirtschaftlich war das Blow Up ein Flop, doch kulturell haben wir uns enorm weiterentwickelt“, sagt Reischel.”

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