Contre Feux

feu

 

Unveröffentlicher Text für die Taz,  Ausgabe 31.5 / 1.6: Sonntaz-Streit “Muss man Angst um Frankreich haben”?. http://www.taz.de/!p4633/

Bei  Gastautoren wie zum Beispiel Bernard – Henry Lévy, bin ich nicht so enttäucht darüber dass der Text zur Eurapawahl und das Erstarken der Front National am Ende nicht genommen wurde – zumal die Taz Redaktion ihn wohl für gut befand, aber sie eine Azswahl treffen mussten, siehe link zu den veröffentlichten tExten oben –  ich will ihn aber dennoch auf meinen Blog stellen.

Et voilá.

Contre Feux

Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte Bernhard Schmid in einer Veranstaltung in der Hellen Panke in einem klugen Vortrag zum Erstarken des Rechtsetremismus in Frankreich unter Marine Le Pen eindrücklich gewarnt und lokale Ergebnisse der letzten Wahlen in einzelnen Regionen (so im Süden Frankreichs) untersucht: Schon bei der Präsidentschaftswahl zeichnete sich das Erstarken des FN nach dem Wechsel von Jean Marie zu Marine Le Pen ab, die junge Wählerschichten der Bürgerlichen Mitte erschloss und es versteht, sich trotz radikaler nationaler politischer Positionen dennoch von militanten Parteien wie der NPD oder JOBBIK abzugrenzen – obwohl sie früher durchaus auch mit ihnen auf Veranstaltungen auftrat und offen sympathisierte.

Daran half auch der hilflose Versuch der UMP noch unter Sarkozy nichts, der FN mit ausländerfeindlichen Parolen oder der Ausweisung von Migrant_nnen und Roma das Wasser abzugraben. Ich denke, dass genau diese langfristigen Politik der Erschließung der traditionell sowieso sehr starken patriotisch geprägten Bürgerlicher Mitte Frankeichs der Grund für den Erfolg Le Pens ist – dies im Unterschied zu Geerd Wilders, dessen dumpfe „Morakkaner raus aus Holland“ Parolen die bürgerlichen Mitte als zu offen rechtsextrem abschreckte.

Insofern kam dieser Wahlsieg also durchaus nicht überraschend sondern war vorherzusehen, wenn auch sicherlich das katastrophale unberechenbare Regierung Hollands, in den nach Sarkozy zudem große Hoffnungen der Linken gesetzt wurden, die bitter enttäuscht wurden eine Rolle gespielt haben dürfte , dazu die schlechten Wirtschaftsprognosen, die hohe Arbeitslosigkeit, in Frankreich und die Wirtschaftskrise der EU.

Insofern befürchte ich, dass diese Wahl weit mehr als ein Strohfeuer oder eine Protestwahl in Frankreich sein könnte und es jetzt ein an den Grundwerter der Französischen Revoluton orientierten Werten liberté / égalité / fraternité „Gegenfeuer“ (Contre Feux, Pierré Bourdieu) braucht, um dieses wieder zu löschen: Durch eine längst überfällige Debatte in Frankreich über eine seit Jahren stattfindende Binnenmigration, die sich Arbeitnehmerfreizügigkeit nennt, über den Umgang mit Neo-Kolonialismus, Antisemitismus und Antiziganismus, über eine humanitäre Flüchtlingspolitik und gerechten Regeln der Sozialsysteme, damit die EU nicht zunehmend weiter erodiert in eine Links wählende Süd – EU und eine sich abschottende Nord – EU.

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