gentrification diaries

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thank you

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3.9.

sad but true: Hans Wurst is closing down

“we’re sorry to announce that: hans wurst is gonna close down business! come to our Funeral Party on saturday 18th of september”
(see: http://www.myspace.com/hanswurstvegancafe

my beloved cafe, hans wurst vagan cafe is closing down in september, the last alternative place
in the area helmholtzplatz, prenzlauer berg with tiny little amazing
concerts, good food and lovely people.

I will miss this place a lot and I hope it will
re-open somewhere else, soon –
it´s needed !!!

31.8.

“Kapitalismus normiert, zerstört, tötet” (Wandzitat Kastanienallee 86) – und duldet keinen Laden, der sich den Marktgesetzen entziehen will.

Der “Umsonstladen” wurde gestern in der Kastanienallee 86 von einen Großaufgebot von Polizei geräumt. Er bot auf Tauschbasis Waren an, damit Obdachlose, Flüchtlinge und andere sozial Schwache die Möglichkeit haben, auch ohne viel Geld Kleidung und sonstige Gebrauchesgegenstände zu erhalten, die andere nicht mehr benötigen.  Die Mieter in der Kastanienallee haben gültige Mietverträge &  boten auch eine Mietzahlung für den Laden an. Es half nichts.  Der  Laden wurde um 8.50 h polizeilich “versiegelt”.

20.8.

clubbed to death:
(y. zauberman)

death of prenzlauer berg clubs and bars
(or moving away from there)

2008: bastard, kastanienallee
2010: magnet, greifswalderstr.
2010: villa orange, eberswalder. str.
2010: cinema blauer apfel, chodowickistr.
2010 :Hans Wurst Vegan Cafe
2010: Cinema: Blow up Kino

soon:

2010: icon, cantianstr. (31.12.2010)

in danger:

2010: knaak, greifswalder str.

(tbc.)

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18.August

Tacheles vs. c/o berlin or: shifting times, the displacement of art spaces

Zwei Institutionen in der oranienburger strasse in berlin sind bedroht:
das tacheles und das c/o berlin. Das c/o berlin, ein Ausstellungsort für innovative Fotografie, den es seit 10 jahren im gebäude des Postfuhramt gibt, schreibt auf seiner homepage:

“C/O Berlin muss das Postfuhramt verlassen. Dies ist das Ergebnis des bevorstehenden Verkaufs der Immobilie an eine ausländische Investorengruppe. Nach langen Verhandlungen ist es uns geglückt, das Postfuhramt noch bis Ende März 2011 zu nutzen. Dieses imposante Gebäude in Berlins Mitte ist in vielerlei Hinsicht ein idealer Ort für C/O Berlin. Wo C/O Berlin danach ausstellen wird, ist offen. Wir bedauern daher den Auszug sehr”

Dahingegen schreibt das Tacheles auf seiner Homepage:

“Die kreative Mitte Berlins muss erhalten bleiben, das Tacheles ist mit seinem hohen Besucheraufkommen auch wirtschaftlich ein Eckpfeiler des Bezirks. Für die “Stadt der Kunst” – Berlin, sind die selbstverwalteten 30 Ateliers und Galerie- bzw. Theaterräume unverzichtbarer Ort der Produktion und Präsentation von zeitgenössischer Kunst.
Wir fordern: Das kleine Grundstück des Kunsthauses (nur ca. 1250m2 von über 23 000m2 Gesamtfläche) mittels Erbpacht in eine öffentliche Stiftung überführen – Tacheles sichern.
Unsere Stadt jetzt – Tacheles Reset”

Darüberhinaus sind Aktionen bis hin zum Hungerstreik, sollte es keinen neuen Vertrag geben, in den letzten wochen von Seiten des tacheles angekündigt worden und durch die Presse gegangen.

Ich denke: die Oranienburger Strasse samt Umgebung des Hackeschen Markts ist schon seit jahren nur noch ein Konsumumschlagplatz für Touristen. Die kreative Kunstszene ist längst – oft zwangsweise – weitergewandert, weil die Mieten zu hoch waren.

Die letzten alternativen Orte in Berlin Mitte : schokoladen mitte, das Zosch oder das Haus Schwarzenberg kämpfen seit Jahren permanent ums Überleben.

Wenn aber diese “wilden Orte der kunst” fehlen, was macht die Gegend also noch interessant für
Touristen ? und was soll der Reiseleiter dann erzählen, wenn das Tacheles keine “Ruine” mehr ist, sondern ein tolles Hotel für easy – jet – set weekender? “Here was formerly the famous ruin called tacheles…??”

Also braucht nicht die Kunst das Tacheles (da gibt längst andere, interessantere Orte, zumal sich die Künstler und Projekte eher durch kleinliche Streits untereinander als durch interessante Ideen in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht haben) sondern die neue Bourgeoisie braucht das noch existierende Symbol des Tacheles, um das Gefühl zu haben, immer noch an einem wilden Ort der Kunst zu leben –

Konsequent wäre also:

Nehmt es ihnen weg, das Symbol!! und lasst sie alleine in ihren dicken indischen Restaurants sitzen, von denen die Oranienburger Strasse gesäumt ist oder mit ihren S.U.V.´s die Fredrichstrasse entlangfahren, auf der Suche nach der Kunstszene.

So burn down Tacheles!! Dann kann woanders Neues entstehen….


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Mit dem c/o berlin ist es anders, sogar fast gegensätzlich….

Hier starteten die Kuratoren im kleinen Team vor 10 Jahren im Postfuhramt und holten große künstler wie Nan Goldin, Annie Leibovitz oder bekannte Magnum Fotografen an diesen Ort. Es gab thematische Ausstellungen wie z.B. im letzten Jahr: “the places we live” über Plätze, an denen sich Menschen niederlassen – oft zwangsläufig in Wellblechhütten, unter Bahnhöfen in Favelas etc.

Die Ausstellungsflächen waren mit Aufstelltafeln auf denen Fotos und Videos über das Leben einer bestimmten Familie in einer Grosstadt genau so angeordnet waren, dass man das Gefühl hatte, als ob man ein extrem kleines Hauschen von 8m² eintritt. Sobald ein anderer Besucher den Raum betrat, war er direkt in der Projektion des Films und Teil der Ausstellung. Man spürte die Beklemmungen, wenn mehr als 3 Leute im Raum waren und konnte sich bildlich vorstellen wie es ist, wenn man an wirklich ungeschützten Orten leben muss – beispielsweiseweise auf einer Parkbank, auf denen auch schon Kinder zur welt kamen. Eine grandiose Ausstellung, prämiert von der UNO wegen ihres pädagogischen und interaktiven Konzepts.

Sie passte zudem perfekt in das alte Ambiente des Postfuhramts, ähnlich wie Nan Goldins stills über die Balladen der sexuellen Abhängigkeit.

Das c/o berlin war sowohl für alternative Kunst offen wie für “bürgerliche” Fotografen und deren Anhänger. Die Preise waren moderat, die Zuschauerzahlen gut, teilweise überwältigend. Der Oberbürgermeister Berlins ist Schirmherr der derzeitigen ausstellung von magmum Fotografen: shifting media – new role of photographie (www.co-berlin.info)

Aber auch er konnte die Kündigung durch die Investorengruppe nicht verhindern.

Es ist ein trauriges Symbol, der Zwangsumzug des c/o berlins und meiner Ansicht nach ein
dramatischerer Verlust als ein mögliches Fehlen des Tacheles,
welches nur noch ein leeres Symbol ist.

“shifting times, the displacement of art spaces in reunited berlin” könnte die letzte
ausstellung des c/o Berlin heissen.

*****

7.august

The cafe around the corner, called “vis a vis” is apart from its stupid name a so called “touristenblocker” cafe – a cafe, to keep away tourists from the really cool cafes –

They are mostly not nice and cosy, but they are usefull and functionable, but in the last weeks, there is a group of amercican tourist – and its is obvious, that they are from the US, though they talk as loud as they can in american englisch, which cannot be ignored – well, I don´t mind, but, the group grew from day to day, in the beginning it was maybe one table but now there are around 20 – 30 people, all tables are full – no one else is sitting there anymore,  it seems like an invasion or even, colonisation.

I want to understand: why do people sit in big groups in cafe´s when they are on holiday? for me it would be horrible and really emberassing, sitting in nyc with a group of 30 germans, talking german every day at the same place – I don´t want to judge, maybe they do a language course here, I don´t know – but aren´t the cafe owners annoyed as well, having this groups as guests? or is it the money that matters ?

Is this discriminative or even rasist, if I feel “colonised” by too many weekenders or tourist groups? (“too many weekenders ruined this city” like andre herman düne in his album berlin, nyc concerning the developement in new yorck sang) – Or will berlin be soon the same like paris and nyc, with having the same consumer tourist behaviour?

6. august

a friend of mine had an interesting idea, why in berlin mitte and prenzlauer berg the gentrification process is so fast and almost without protest, while in kreuzberg and now in neukölln there are big protests agains car lofts, mc do´s  and rising rents –

It could be as well an east german issue! Eastgermans might have more difficultes protesting against mostly western investments, renovations, real estate agents etc., they might think, they do still good, changing the city in a good way –  whilst in kreuzberg there is a big protest culture against investments since the 60´ ies

Well, it´s a thesis – on the other hand, there´s a big sceptissism towards western gringos as well….

5. August

baby buggy count (in one hour between 3 and 4 p.m. / afternoon, raumerstr.):18 & 1 twin buggy

4.August

S.U.V count (parking, in one hour while walking the dog): 26

2. august

my neigbours, who moved in the new build roof appartment, paying almost 3 times the price I pay, though I have an old contract – they believe, they have the right to talk as loud as they want, because they have the money and they payed for behaving like that.

Nice talk I had to listen to: about I phones generations and stock exchange rates. They seem to have fun, they don´t care, if the people from the balcony besides would like to sit and talk on the balony as well a bit, without having to listen to this bobo shit.

31. july

class struggle at the vietnamese grocerystore around the corner:  a women carrying a bag of  golf clubs on her bag is asked friendly by an alkoholic native – “so now we play golf here in this quarter?” there was no answer –

An almost surrealistic scene.

I forgot: there is now in the store a big video survey system: behind the couter are several monitors just for surveying the fruits outside from every perspective – guess the owners seem to  take profit of the new rich neighbourhood – never saw a more rediculous thing than that. This remindet me of this movie: “the nine lives of thomas katz” – with a video surveyance of the london tube :

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